, Koster Ramon

Reisebericht ESF 2026

Reisebericht von Eidg. Schützenfest im Bündnerland

Zum ersten Mal gemeinsam als Schlossschützen trafen sich die 34 Schützinnen, Schützen und zwei Begleitpersonen aus den einstigen Vereinen Bronschhofen, Bettwiesen und Tobel bei der Turnhalle Bettwiesen zur Fahrt ans Eidgenössische Schützenfest, welches dieses Jahr auf dem Hauptschiessplatz Chur sowie 19 weiteren Plätzen, verteilt im Bündnerland, stattfand. Einige weitere Schützen kamen aus unterschiedlichen Gründen später in den eigenen PWs nach oder absolvierten Tage später ihre Programme in Chur. Insgesamt nahmen 49 Schiessende aus unserem starken Verein am Anlass teil.

Bereits vor halb ein Uhr am Freitag trafen erste Schützinnen und Schützen ein, zu Fuss, im eigenen PW oder wurden von ihren Liebsten hergefahren, und dies bei sonnigem Wetter und blauem Firmament. Obwohl ein Bauwagen der Firma Toneatti die vordersten Parkplätze versperrte, blieb offensichtlich noch genügend Parkfläche für die weiteren ankommenden Mitreisenden. Also kam auch der Car von Ramsauer-Reisen, Herisau-Gossau, gesteuert von dem den meisten schon bekannten Chauffeur und Förster Thomas Einsele um 12.35 Uhr daher gefahren. Gleich nach dem Öffnen der unteren Klappen für das Verstauen der diversen Utensilien wurden wir angewiesen, alle Gewehre und Schiessutensilien auf der einen Seite einzuladen sowie die weiteren Taschen fürs Übernachten, den Kleiderwechsel usw. auf der anderen Seite. Das Begrüssungszeremoniell wurde wie üblich von gewissen Neckereien, sonstigen Nettigkeiten und dem Austausch von Neuigkeiten begleitet.

Fast zur Minute um 13 Uhr konnte Chauffeur Thomas sein Gefährt starten, wobei insbesondere der zum Abschied winkende einstige Schütze Walter Meier dies wohl mit etwas Wehmut tat, zusammen mit einer begleitenden Person. Bereits auf der Fahrt in Richtung Wil und Autobahn St. Gallen zu, richtete Reiseleiter Jost Egli seine ersten Begrüssungsworte an uns, wobei er sich auch bei späteren Wortmeldungen als profunder Kenner der Bündner Geschichte, Politik und vieler realer Gegebenheiten offenbarte und solches Wissen gerne und absolut verständlich vermittelte. Noch keine Viertelstunde unterwegs, meldeten sich erste sogenannt Durstige, und Martin kam kaum nach, die Durstigen mit Bier zu versorgen, während Jessica mit dem Schiessbüro in Chur ein paar wenige Mutationen telefonisch zu erledigen versuchte.

Bei noch mässigem Freitagsverkehr meldete sich da und dort auch die Blase, was jeweils zu einem WC-Besuch im Car führt. Im fahrenden und schüttelnden Car ist es jedoch nicht für alle Personen leicht, sich am stillen Örtchen zurechtzufinden und aufzuhalten; so glaubte Toni ─ immerhin nicht ernsthaft ─ Iris Hilfestellung geben zu müssen und bewegte sich auf die Treppe zu, was bei Martin denn eine prompte Reaktion auslöste. Beim nun aufgekommenen grösseren Bierkonsum sah sich Jost genötigt, während seinen Ausführungen am Mikrofon über das Grau und die Bünde von Graubünden und die Wassertropfen, welche von hier oben in drei Meere sich ergiessen auch einzuflechten, dass er ein Messgerät für Alkohol bei sich hätte und dies auch für Messungen abgebe, falls es denn benötigt würde.

Zwischenzeitlich wollten wohl einige wissen, wie es denn ums Bezahlen der Biere bestellt sei. Während Dominic schon eine Weile mit dem Portmonee herumhantierte, liess er endlich verlauten, dass das kleine Bier 3 Franken koste, ein Halbliter aber 10 Franken. Nach einigem Gemurmel und Kopfschütteln liess er die Halbliterfalsche Weisswein erst mal einige Zeit kreisen, womit man nun wusste, was mit dem Halbliter gemeint war. Beim Blick nach rechts aus dem Fenster nahm man auf den abgemähten Wiesen auch einige Störche wahr, während einige Zeit danach auf der Gegenseite vor Sennwald sich ein längerer Stau gebildet hatte. Noch gab es da links und rechts viel zu bestaunen und auch untereinander zu reden, wobei, je näher wir Ragaz, Landquart und Chur kamen, es draussen immer düsterer und die Wolken immer dunkler wurden. Nach der Autobahnausfahrt und dem Befahren der Hauptstrasse in Chur, war es wohl der nicht ganz korrekt angebrachte Wegweiser zum Schiessplatz und zur Waffenkontrolle, welcher unseren Chauffeur zuerst auf die falsche Spur, die aber in Ordnung schien, führte. Nach einigem Geplänkel setzte er den Car zurück und befuhr den offenbar richtigen Weg, welcher uns zu den Gebäuden vom Schiessplatz Rossboden führte, wo die Waffenkontrolle untergebracht war.

Den ersten starken Gewitterregenguss liessen wir noch im Car vorüberziehen, beim Nachlassen behändigten wir die Gewehre und stellten uns an der Gebäudewand auf, um beim nächsten kurzen Nachlassen den Wänden entlangzuschleichen und schliesslich an die Tische der Waffenkontrolle zu gelangen. Den nächsten starken Regenguss überstanden wir unter den Dächern der Gebäude, bis es beim nächsten Nachlassen des Regens auch nicht trocken wieder zurück zum Car ging. Das Ganze hatte grad mal 24 Minuten gedauert, bevor wir um 15.12 Uhr bei nur noch einigen Regentropfen draussen in Richtung Reichenau—Thusis—Savognin starteten. Der Temperatursturz von 9 Grad, von 34 vor auf 25 nach dem Regen, machte sich allmählich auch im Car bemerkbar, während uns Jost auf der Fahrt mit weiteren interessanten Gegebenheiten seiner zweiten Heimat Graubünden aufdatierte. Da es ab Tiefencastel meist in die andere Richtung ging, konnte der Bergsturz oberhalb des Dorfes und das selbst abrutschende Dorf Brienz/Brinzauls selten direkt beäugt werden.

Um 15.58 Uhr langten wir in Savognin auf dem Parkplatz der Bergbahnen an, wo bis auf ein paar wenige alle dem Badesee und dem Restaurant zuströmten. Die Tische, Bänke und sonstige Sitzgelegenheiten draussen beim Restaurant wurden alle gleich belegt, und Bier war auch hier der Renner unter den Getränken. Ob auch jemand bewusst den kleinen See umrundet hat, scheint angesichts der Anzahl eigener Personen bei der Beiz unwahrscheinlich. Ein Bad im See haben vielleicht noch Dominic und Joel genommen, da sie sich zumindest in Shorts und oben nackt auf den Stühlen an der Wand präsentierten. Im Übrigen tummelte sich viel Volk beim Ballspiel, Schwimmen und Böötlen im See oder plägerte auf dem Rasen. Bis 17 Uhr hatten alle wieder zum Car zurückgefunden.

Nachdem Jost noch kurz den heutigen Abendtermin und die wichtigen ersten beiden von morgen Samstag mitteilte, machte er uns mit Wissenswertem der durchfahrenen Gegend von Tinizong, Rona, Mulegns, Sur, Fluss Julia, Marmorera-Stausee, Staumauer-Erhöhung usw. bekannt. Auch die schönen Wanderrouten in der Gegend und die Alp Flix, welche etliche am Sonntag besuchen sollten, legte er uns ans Herz. Auch wies er auf Baustellen hin, die noch bestünden. Heute aber waren längere Strassenstücke bereits mit einem neuen Belag versehen und Maschinen und Geräte waren parkiert. Um 17.28 Uhr langten wir beim Hotel Solaria in Bivio an, wo wir in Minne eincheckten und uns etwas erholten.

In Kürze aber fanden sich alle an den Tischen auf der Veranda wieder, wo insbesondere Bier und ein weiteres Getränkespektrum in Gläsern die Tische füllten, zudem griffen einige bereits zu den Jasskarten. Selbstverständlich kamen hier draussen auch die Rauchenden nicht zu kurz. Vieles wurde gesprächsweise thematisiert und etliche Ferienerinnerungen machten die Runde. Ab 18.45 Uhr wurde abkassiert, so dass wir ab 19 Uhr zum Nachtessen im Speisesaal bereit waren. Ohne Einschränkungen beim Essen konnte das folgende Menü genossen werden: Gemüsecremesuppe, Schweinsbraten mit Rosmarinkartoffeln, Gemüse und zum Dessert Schokoladenmousse. Gerne gönnt man sich bei solchen Gelegenheiten einen guten Wein. Auf den ersten Seiten der Weinkarte waren die Preise aber derart hoch, dass normal Sterbliche sich eine solche Flasche kaum leisten können, da musste man schon weiter blättern bis zu den Preisen, welche noch einigermassen erträglich waren. Ein Hauswein konnte es noch am besten richten. Was beim Rundumblick auffiel: Auf jedem Tisch waren Karaffen mit Wasser oder Mineralwasser vorhanden. Wo es jedoch harzte, war der Nachservice mit Braten, Kartoffeln und Gemüse. Mit etwas Blitzen und Gedonner verabschiedete sich bald die Tageshelle.

Und wer nach dem abendlichen Mahl noch etwas Entspannung suchte und der räumlichen Hitze entfliehen wollte, begab sich bald wieder nach draussen auf die Veranda, auf Stühle, Bänke, andere Sitzgelegenheiten oder legte sich ins Grün des Rasens. Auch ein Spaziergang am Valetta-Bach beim Hotel oder an der weiter entfernten Julia entlang oder im Dorf mag für einige erfrischend gewesen sein. Jedenfalls fand die zum Hotel gehörende Bar La Trapla nebenan noch ordentlichen Zulauf bis über Mitternacht hinaus. Auch ein spezielles Spiel, als Looping Louie bezeichnet, begleitete unsere noch jüngeren Schützinnen und Schützen in den nächtlichen Stunden. Da nicht alle im Hotel untergebracht waren, nächtigten offenbar einige in der nahen Dépendance.

Gegen 20 Mitglieder bevölkerten bereits ab 06.15 Uhr am Samstag den Zmorgetisch, wo folglich noch einige bis zur Abfahrt dazukamen. In Rona, unserem Schiessplatz ─ ein kleines Dorf rechtsseits der Strasse und an den Hügel heran und auf einer Terrasse gebaut ─ mussten wir links den Fluss überqueren, am Campingvorplatz und nachfolgend riesigen Steinhaufen, Maschinen und Gerätschaften vorbeifahren, welche zum Steinbruch, Tiefbau und Recyclinghof Luzio gehören und konnten schliesslich nach 20 Minuten Fahrt an geeigneter Stelle aussteigen und unsere Schiessutensilien behändigen. Ein kurzer Marsch brachte uns zum Schützenhaus Rona mit den sechs Scheiben, wo es gleich galt, die Gewehrtaschen und weiteres, grad zum Schiessen nicht Gebrauchtes zu deponieren, sich mit den neuen Bändeln wegen der digitalen Abwicklung einzudecken und gleich die Munition zu beziehen. Und weil der Schiessraum im oberen Stock war, durften wir gleich noch Treppen steigen.

Die vier rangierten Scheiben waren denn alsogleich belegt, wobei eine davon lediglich die erste halbe Stunde. Wer es nicht so eilig hatte, konnte im Festzelt an den Monitoren unseren Schützen und deren Treffer folgen. So fieberten wir gleich mit bei Othmars guten Nachdoppeln, Sandra Granwehrs ersten zu hoch gelegenen Schüssen, Mägi Juckers vier Zehnern,
2 Neunern sowie 2 Neunern und 2 Zehnern, insgesamt also deren 96 Punkten im Vereinsstich. Natürlich gab es auch vieles andere zu verdauen und das Mitfiebern und die Erwartungen an die Schützenkollegen wurden auch mal enttäuscht. Nicht zu überhören war ausser dem gewohnten Schiesslärm auch das Rattern und Knattern der nahen Recycling-Anlage für Bauabfälle, und bei etwas Stille vernahm man gar das Rauschen des nahen Bergbaches.

Ein abwechslungsreicher Vormittag ging so ins Land mit Ankünften von ein paar Selbstfahrenden in ihren PWs, der Ankunft des zweiten Schubes unserer Schützen mit dem Car um 09.15 Uhr und deren Ansturm auf die Schiessläger, und selbstverständlich starrten jetzt noch einige Personen mehr während den Erholungspausen im Festzelt auf die Monitore, um ihren Kameraden und Kameradinnen beim Schiessen zuzuschauen. Indes folgten wir Othmar Brunschwiler bei den zweimal drei Schüssen beim Steinbock-Stich, und wohl alle hofften, dass nach fünf Zehnern der sechste auch eine Zehn sei, jedoch leuchtete da leider eine Neun auf. Peter Zumsteg versuchte es Othmar gleichzutun, musste aber neben drei Zehnern insgesamt drei Neuner kassieren. Und Thomas Berger war ebenfalls sehr motiviert beim Einstieg in den Vereinsstich: Nach vier Zehnern folgten aber zwei Neuner, in der Serie lag nun die Hoffnung auf vier Zehni, die Schussfolge war dann 10, 9, 9, 10. Gratulation für tolle 96 Punkte.

Mit guten Vorlagen aus den sechs Einzelschüssen im Vereinsstich starteten Peter Zumsteg, Andy Herzog und Sandra Granwehr, aber die Hoffnung auf eine Besserung in der Serie erfüllte sich nicht so ganz. Mit 91, 90 und 89 Punkten mussten dann doch alle zufrieden sein. Mitunter fragte man sich auch, weil bei der einen oder anderen Person auf dem Monitor lange nichts mehr ging, was denn da wohl los sei? Grad bei Jost passierte solches, und er
erklärte später, nach dem Seriestich mit 57 Punkten, dass ein Schuss nicht los ging und demzufolge auch nicht automatisch nachgeladen wurde. Solche Schüsse, welche nicht losgingen, hatten aber auch ein paar andere Schützen unseres Vereins über beide Schiesstage zu beklagen, und meist nicht nur einen einzigen über alle Passen. Dem Schreiberling selber passierte dies am Samstag gleich fünfmal. Einige Zeit später machte Stephan Zumsteg mit einem Hunderti im Stich Kunst am Monitor auf sich aufmerksam, die folgenden Schüsse lagen dann allerdings etwas darunter; nichtsdestotrotz eröffnete er mit zwei Zehnern den Vereinsstich, wo nach den ersten sechs Schüssen 53 Punkte herausschauten, welche er mit 10, 9, 9 und nochmals 10 und insgesamt 91 Punkten abschloss. Kurz danach liess sich Thomas 57 Punkte gutschreiben in der Auszahlung, um im folgenden Seriestich noch zwei Punkte zuzulegen; mit 100 Punkten als erstem Schuss in der Kunst und weiteren vier Zehnern beschloss er mit einem Total von 472 Punkten die erfolgreiche Serie.

Zwischenzeitlich hatte Hübi Brunschwiler in den Stichen Kunst und Militär einen guten Lauf, und auch Yves Saxer durfte für seine 91 Punkte im Vereinsstich Gratulationen entgegen nehmen. Während bei Jost in einem Stich 56 Punkte als Endresultat aufschienen, durfte Kurt Tschirky mit 86 Punkten im Vereinsstich zufrieden sein. Insgesamt verzeichnete er bei fünf geschossenen Stichen auch fünf Auszeichnungen. Bravo! Aurelia Höneisen, als jüngste im Verein und im vergangenen Monat Mai grad 15 Jahre alt geworden, wird von Grossvater Willy unterstützt und schiesst bei ihrem ersten Eidgenössischen gleich 92 Punkte im Vereinsstich und holt damit bei den gelösten drei Stichen je eine Auszeichnung. Einen 80iger und einen Neunziger in Hunderter-Wertung erblickte darauf Ramon Koster beim Vereinsstich auf seinem Monitor; beide Schüsse ein ganz wenig weiter gegen die Mitte, hätten gar zwei Punkte mehr ergeben als die jetzt schon ausgezeichneten 94 am Schluss. Ein klein wenig schmerzte es aber schon!

Ab 11 Uhr wurden weitere Scheiben frei, so dass schliesslich für einige Zeit nur noch Namen von Schlossschützen auf den Monitoren zu sehen waren. Im und rund ums Festzelt war mittlerweilen viel Betrieb und es näherte sich die Mittags- und Essenszeit. Ärgerlich für den Service war es allemal, wenn beim Ausrufen des zuvor bestellten Menüs sich niemand meldete. Erschwerend kam noch hinzu, dass sich wegen der Hitze viele ausserhalb des Festzeltes aufhielten. Ergo verlangte der immer schöner und heisser werdende Tag nach etwas Abkühlung. Somit fanden sich etliche, insbesondere von den Schlossschützen, auf dem Wald-
boden unter den vielen Tannen grad links beim Festzelt wieder, auch beschaffte man sich einige Bänke vom Stapel bei den Containern und zügelte ein paar von diesen in das Waldstück oder in den Schatten bei den Containerwänden; zudem gabs ums Glashaus, welches wintershalber als Kassenhaus für den Skilift genutzt wird, ebenfalls Platz für die Bänke. Jedenfalls verspeisten etliche ihr Mittagessen etwas unkonventionell und per Fingerfood auf diese Weise, während die im Zelt Speisenden mit fast stumpfen Messern die mit vielen Sehnen durchsetzten Schnitzel zu verkleinern suchten. Da hatten es diejenigen leichter, welche sich mit dem ordentlichen Menü, beinhaltend Salat oder Suppe, Hörnli, Ghackets und Apfelmus für 22 Franken zufrieden gaben. Für das Zahlen von Speis und Trank wurde man bereits am Vormittag am Buffet auf die zu beziehenden Konsumationsgutscheine in Beträgen von 20 und 50 Franken hingewiesen, welche denn auch mehrheitlich genutzt wurden.

Während sich die meisten schon am Vormittag ans digitale Schiessen mit den Bändeln und dem Apparat mit den zu drückenden Tasten auf dem Läger gewöhnt hatten, hatten ein paar wenige ─ auch mit kameradschaftlicher Unterstützung ─ noch am Nachmittag zu kämpfen. Noch bevor das nachmittägliche Schiessen begann, suchte Jost ein paar Gleichgesinnte, welche mit ihm einen Spaziergang im nahen moosbewachsenen Zauberwald machten. Ein paar Unentwegte haben sich ihm darauf angeschlossen. (Einige Bildli mit Kurzbeschrieb finden sich im Internet sowie auf Instagram.) So wie am Vormittag hatte es auch am Nachmittag wiederum eine ─ wenn auch wegen der Hitze geschrumpfte ─ Zuschauerkulisse im Festzelt. Also eröffneten Othmar, Kurt und Christian das Feuer auf den Scheiben 1, 2 und 6, wobei es auch am heutigen Nachmittag noch bei weiteren Schützen erst mal nur «Plopp» machte und kein Schuss losging. Trotzdem durften auch etliche herausragende Resultate belobigt werden, so dieses von Martin Koster mit 364 Punkten im Stich Militär sowie die 58 im Seriestich, die 97 von Markus Krähemann im Vereinsstich, die 355 Punkte von Iris Koster beim Militär; zudem schloss Andy Herzog seinen Seriestich mit 59 Punkten ab.

Weil viele der Hitze entfliehen wollten, waren auch am Nachmittag die Plätze unter den Tannen sehr beliebt. Und weils für etliche im Laufe des Nachmittags beim Schiessen nicht mehr stimmte, verschob man dieses in den Abend hinein oder auf den morgigen Sonntag. Etwas irritiert betrachteten wir die inzwischen am Tischende angebrachte provisorische Standarte, welche von Dominic & Daniela ersonnen und gefertigt worden war. Somit ein weiteres Symbol, das die Diskussion um Fahne und/oder Standarte zu beflügeln vermag. Viele Themen standen im heissen Festzelt zur Diskussion, so das Einhalten von Terminen, Ausbildung, Gegensätze von Stadt und Land, Land- und Häuserpreise, Politik und Verschuldung, Fischen sowie Erhöhung der Marmorera-Staumauer usw. Wohl etwas lockerer ging es da unter den Tannen zu und her. Und weil einige inzwischen ihr Programm schon fertig geschossen hatten und den Platz verlassen wollten, besann man sich des Textes auf dem Informationsblatt zu unserer Schützenreise und was Jost bereits angedeutet hatte: nämlich des Restaurants auf dem Campingplatz. Gesagt, getan, versammelte sich eine grössere Gruppe, um dorthin zu gelangen und diese Umgebung zu geniessen, wobei sich später noch weitere Schlossschützen dazu gesellten.

Wenn zwischenzeitlich das Schiessen etwas zurückgefahren wurde, fielen ein paar Schützen doch mit ihren Resultaten auf: So konnten wir Martins Kosters Vereinsstich verfolgen, wo der schlechte Start mit 3 und 7, zwei Zehnern und zwei Achtern zuerst wenige Punkte versprach, die vier Zehner in der Serie aber doch noch total 86 Punkte einbrachten. Diesen vier Zehnern am Schluss des Vereinsstiches folgten gleich noch weitere drei beim Auszahler, womit die folgenden 9, 9 und 8 insgesamt 56 Punkte ergaben. Zudem wurde Ella Ehrbar beim Vereinsstich nach einem einzigen Verlustpunkt nach fünf Schüssen plötzlich vom Wechselfieber gepackt, das mit 7, 10, 7, 10 und nochmals 7 und 90 Punkten endete.

Da um 17 Uhr keine von unseren rangierten Scheiben belegt war, fragte ein fremder interessierter Schütze nach, und alsogleich waren unsere vorerst leeren Scheiben von anderen für kurze Zeit besetzt. Danach jedoch schossen nurmehr wenige Schlossschützen auf die Scheiben, dies, weil bereits zuvor die Abfahrtszeit vom Car zurück nach Bivio mit 18.15 Uhr bekannt gegeben worden war. Lediglich Martin Meier machte mit 57 Punkten im Auszahler nochmals auf sich aufmerksam sowie mit ein paar guten Nachdoppeln. Und nochmals beim Bier zugelangt wurde vor der Abfahrt von der gesamten Community, dies wohl auch von denen auf dem Podest vor der Camping-Beiz. Also trafen die letzten Ankömmlinge auf eine bereits grosse wartende Menge vor dem Car, wo wiederum die Prioritäten fürs Verladen festgelegt wurden. Noch ein kurzer Halt am Rande des Campingplatzes, wo die restlichen Mitglieder zustiegen, und die Fahrt ging weiter Bivio zu. War der Wettergott über den ganzen Tag sehr gnädig, so deuteten jetzt Eintrübungen und aufkommende dunkle Wolkengebilde ein Gewitter an. Diese hielten sich jedoch bei der Abfahrt um 18.19 Uhr vorerst noch zurück. Ausser ein paar Regentropfen kam dann auch später nichts von oben herab.

Auf der Fahrt wurden uns die morgen Sonntag zu beachtenden Termine mitgeteilt. Etwas überraschend war dann auch die sehr erfreuliche Mitteilung von Geschäftsstellenleiterin Jessica, wonach unsere Frauen im Feld E an diesem Eidgenössischen bei den gemeldeten Gruppen (Stich Kunst) den vorläufig zweiten Rang belegen. Zudem konnte sie die Gratulation von Kantonalpräsident David Jenni für diese super Leistung verkünden. Weil bei unserer Ankunft vor dem Hotel Solaria ein anderer Car im Wege stand, musste noch etwas manövriert werden, bis wir um 18.43 Uhr aussteigen konnten. Aber schon vor 19 Uhr hatten die Schnellen unter uns bereits ihr Bier auf der Veranda vor sich auf den Tischen stehen, wo sich bald noch andere Getränke aneinander reihten. Bereits ab 19.30 Uhr begann der Service damit, die geschuldeten Batzen einzutreiben. So konnten wir uns danach für das Nachtessen getrost an die Tische im Saal setzen, welches nach 20 Uhr gereicht wurde mit gemischtem Salat, Piccata milanese vom Huhn, Risotto, Gemüse sowie ein Fruchtsalat mit etwas Eis obendrauf. Mit Blick auf die Tische war heute der Fächer mit Flaschenwein zwar etwas breiter gestreut als gestern. Da war aber neben den Karaffen mit Wasser und Flaschen mit Mineralwasser auch mal ein Chlöpfmoscht auszumachen, und beim Entkorken der Weinflaschen geht es beim Personal auch nicht immer leicht vonstatten. Oberflächliche sowie vertiefte Gespräche lösten sich an den Tischen ab, und Lachsalven erschallten in der schon starken Geräuschkulisse, insbesondere eine Person konnte sich davon über eine längere Zeitspanne kaum erholen. Für etwas Überraschung sorgte auch die Mitteilung, dass eine Gruppe im Feld E bei der Gruppenmeisterschaft die dritte SSV-Hauptrunde erreicht habe.

Nach Kaffee und evtl. Kuchen und da und dort einem Schnaps dazu, zog bald einmal Toni Mancarella mit seinem wuchernden Haar- und Bartwuchs die ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich. Einem Versprechen folgend, das vor dem Feldschiessen abgegeben wurde, jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht stattfand, so wurde dies heute Abend nachgeholt. Othmar betätigte sich als Friseur und hantierte als erster mit der Haarschneidemaschine und fräste eine Art Mittelscheitel heraus, dem danach aber ein Irokesenschnitt folgte. Und weil Othmar scheinbar etwas müde wurde, vervollständigte Ehefrau Daniela das Werk, indem Tonis ganzer Kopf kahl gefräst wurde. Interessanterweise wurde aber vom Beschneiden des Bartes Abstand genommen. Antonio erschrak schon so beim Blick im Spiegel auf den kahlen Schädel. Dass bei diesem Event auch die Handys gezückt wurden, müsste wohl kaum erwähnt werden. Danach war schon wie gestern ein Austreten vor dem Gebäude angesagt, ein kurzer Spaziergang vollzogen und selbstverständlich wurde auch die Bar bevölkert und dem kühlen Bier oder anderen Getränken zugesprochen. Schafften es die einen, in der ersten Nachmitternachtsstunde im Bett zu sein, so hörte man noch um zwei Uhr und später musikalische Töne und Getöse aus der Bar, welches dann so gegen 3 Uhr früh verebbte.

Aus den ursprünglich 13 Schützen waren es am Sonntagmorgen deren 15, welche nach dem Morgenessen gegen 07.30 Uhr den Car bestiegen zur ersten Fahrt nach Rona für das Erledigen der restlichen gelösten Stiche. Zwischenzeitlich aufgekommene Befürchtungen wegen zu knapper Schiesszeit bei den bevorstehenden vier Liegendmatches unserer längst erprobten Kameraden Martin Meier, Peter Zumsteg, Stephan Zumsteg und des Neulings in diesem Metier Ramon Koster, waren angesichts der über den ganzen Vormittag reservierten drei Scheiben aber nicht angebracht. Ein schöner, sonniger Tag schien sich anzubahnen, wo während der Fahrt eine aufgeräumte Stimmung herrschte und Martin sich mit Ramon über den vorgesehenen 60-schüssigen Liegendmatch unterhielt.

Da wir nach der Ankunft um 07.53 Uhr etwas spät dran waren, mussten die ersten dann doch etwas Gas geben auf dem Weg zum Schützenhaus, der üblichen Vorbereitung und dem Sich-auf-dem-Schiessläger-Bereitmachen. Immerhin waren unsere drei rangierten Scheiben nicht belegt, während es auf den anderen Scheiben bereits knallte. Gleich zu Beginn hatten Othmar und Hübi bei ihrem Vereinsstich einen guten Lauf. Während Othmar mit 96 Punkten noch einen Achter kassieren musste, hofften wohl Hübi und alle Zuelueger nach sechs Zehnern auf nochmals solche vier in der Serie; jedoch lagen drei dieser vier Schüsse zu hoch und waren Neuner. Gratulation an beide! Nach den ersten Liegendpassen musste Peter mal pausieren. Und weil ja grad Scheiben frei waren, drängte Peter den inzwischen mit einer Kappe bedeckten Kahlkopf Toni zum Schiessen; dieser liess sich aber nicht drängen.

Auch heute machte es bei wenigen Schützen mal wieder zuerst «Plopp», bevor es nach dem erneuten Laden beim zweiten Mal oder mit einer neuen Kugel wieder klappte. Und wieder erfreuten wenige Hunderti oder andere Tiefschüsse im Nachdoppel oder bei den Stichen nicht nur die Schützen, sondern auch die an den Monitoren Mitfiebernden. Mit der Vorgabe von 56 Punkten im Vereinsstich, hoffte nicht nur Jessica auf eine sehr gute Serie, doch es durfte nicht sein: 91 Punkte waren das Total. Besser lief es jedoch wieder unserem Othmar, der beim sechsschüssigen Stich nach fünf Zehnern zum Schluss noch eine Neun kassierte. Das Augenmerk war zurzeit aber auf die Liegendmatch-Schützen gerichtet, wobei gerade Peter seine letzte Passe mit 92 Punkten beendete, den Liegendmatch damit erfolgreich abschloss und mit 560 Punkten die grosse Meisterschaftsmedaille gewann; ein für ihn stolzes Resultat. Dass zur selben Zeit Stephan stark zu kämpfen hatte, bewiesen die am Monitor aufscheinenden Zahlen. Noch mehr als bei Martin und Stephan drückten die Zuelueger bei Ramon die Daumen, als es nach der dritten Passe mit nur 78 Punkten doch wieder etwas aufwärts ging. Während bei Stephan und Ramon schliesslich die kleine Meisterschaft herausschaute, gelang Martin das Erreichen der grossen Meisterschaft. Schliesslich erfreute uns Daniela bei einem sechsschüssigen Stich noch mit 57 Punkten.

Allmählich flachte das Interesse am Zuschauen ab, insbesondere da bis auf ganz wenige unserer Schützen alle ihre Stiche geschossen hatten. Zudem wurde es im Festzelt wieder heisser und heisser und man wollte auch nicht wieder noch mehr Bänke unter die Tannen setzen, so wie gestern; also wählte man das Weggehen zum Campingplatz und zum dortigen Restaurant Stellplatz. In Ruhe konnten dafür die wenigen verbliebenen Schützen ihre noch zu absolvierenden Schüsse auf die Scheiben setzen. Die von uns nicht mehr genutzten Scheiben und Schiesszeiten gehörten darauf den verbliebenen Bündner und einigen wenigen anderen Schützen. Selbst Martin hatte wohl nach dem Liegendmatch fast sein «ganzes Pulver verschossen», da gelang selbst ihm kein glorreiches Vereinsresultat mehr, zudem hatte er viel Geld in alle nur möglichen Stiche und sämtliche 48 Nachdoppel investiert.

Während die einen am Sonntagvormittag noch schiessen mussten, machten die anderen
einen Ausflug mit zwei Bussen zur Alp Flix oberhalb Sur. Ihre etwas länger dauernde Wanderung auf dieser Hochebene, auch Schatzinsel der Artenvielfalt genannt, und das Verweilen im Alpinrestaurant entnehmen Sie den Bildern und dem Kurzbeschrieb auf unserer Vereins-Webseite sowie auf Instagram.

Während die schon beim Stellplatz verweilenden Schlossschützen nach ihrer Verpflegung ihre Siesta genossen, wühlten wir Neu-Ankömmlinge uns nach dem Auftischen der bestellten Getränke durch die Menükarte. Die Empfehlungen lauteten auf üppige Salatteller sowie Wurst-/Käsesalat. Zudem wurde gleich noch ein gestifteter Apéro gereicht. Ich als Schreiberling darf wohl auch im Namen aller Schlossschützen, welche hier gesessen, getrunken und gespeist haben, sagen: Die Portionen waren nicht nur reichlich und gross, sondern die Speisen waren schmackhaft und sehr gut. Man könnte in diesem Fall auch sagen: Mehr Leistung und Qualität als Preis!

Da die Wanderer bereits um etwa halb ein Uhr mit dem Bus von der Alp heruntergefahren kamen und beim Bergbach am Ende vom Vorplatz zum Camping warteten, wurden auch wir aufgefordert, bald aufzustehen und uns die paar Meter zum Car hin zu bewegen. So waren wir danach wieder alle vereint und Chauffeur Thomas konnte um 12.52 Uhr losfahren. Wer nicht gerade etwas müde war oder sonstwie vor sich hindöste und dabei den Kopf hängen liess, sorgte weiter für Gesprächsstoff und Unterhaltung oder beäugte die durchfahrene Gegend auf der andere Seite als auf der Hinfahrt. Insbesondere tat man dies kurz vor Tiefencastel, wo man nun direkt auf das Besorgnis erregende Dorf Brienz und den Bergsturz sehen konnte. Zudem nahm man jetzt rechtsseitig öfter die Geleise und damit die Linienführung der Rhätischen Bahn wahr und das felsige und waldreiche Gelände mit den Tunnels und vielen Kurven, welche man bei der Hinfahrt auf der anderen Fahrspur nicht zu sehen vermochte. Da an der Autobahn in der Region Rothenbrunnen auf 3½ Kilometern vor dem Isla-Bella-Tunnel derzeit gebaut wird und die Fahrbahnen verengt waren, bewegten wir uns im Stau, und dieser erzwang auch mal ein schnelles Anhalten, was nicht alle gut fanden, besonders nicht die auf dem WC Sitzenden.

Fürs Abrechnen musste uns Thomas dieses Mal zum Busparkplatz vom Schiessplatz Rossboden fahren, wo wir um 13.58 Uhr ausstiegen. Weil grad kein Shuttlebus zu sehen war, beschritten wir den Weg bis zur Sporthalle/Eishalle zu Fuss, vorbei am grossen Schiessstand Rossboden-Chur. Der Weg war dann doch etwas weiter, als wohl etliche gedacht hatten, und das bei dieser Hitze . . . Schliesslich war es dann in der Halle noch heisser und stickiger als zuvor draussen. Und alle waren froh, dass die Kontrolle nun ohne die bisher bekannten Schiessbüchlein dank dem digitalen Schiessen und dem Bändel-Aufdruck so schnell vonstattenging. Jedoch warteten dann diejenigen, welche wegen der ausgeschöpften Auszahlung noch Naturalgaben auslesen oder aber auch kaufen wollten, eine ganze Weile in der anstehenden Schlange, bis sie an die Reihe kamen. Ergo bestand danach auch wenig Lust für den Besuch des grossen Gabentempels oder der vielen Aussteller. Da genoss man doch lieber ein noch frisch und kühl abgezapftes Bier an einem der Stehtischchen in der grossen Halle. Zudem blieb sowieso nicht mehr viel Zeit übrig. Man musste ja wieder zurücklaufen, es sei denn, man fand beim Schiessstand Rossboden-Chur noch einen Shuttlebus, wo man zusteigen konnte für die zweite Hälfte des Rückweges bis zum Car.

Ziemlich genau um 15 Uhr konnte Thomas mit seiner Fuhre vom Bus-Parkplatz weg starten in Richtung Autobahn, Rheintal und St. Gallen zu. Die Community wurde wieder gesprächiger als zuvor und auch der Durst musste vermehrt mit Bier gelöscht werden, was das Bringen, Holen, Kassieren und das Hin und Her im Gang beflügelte. Den nächsten Stau erlebten wir auf der Höhe der Raststätte Rheintal. Dabei beobachtete man einige Rechtsüberholer, man war aber nicht sicher, ob diese ordentlich von der Raststätte weggefahren waren. Etwas später folgte dann noch ein länger dauernder Stau, ein paar Kilometer vor der Ausfahrt nach Buchs, und Blaulichter blinkten in der Ferne. Der Grund war ein am Vorabend aufgeplatztes Fahrbahnstück wegen der herrschenden Hitze und den im Nachgang zu vollziehenden Reparaturen. Glücklicherweise war im Blick auf die Fahrbahnerneuerungen in dieser Region neben der Autobahn im Wiesland ein neues Stück Strasse als Ausweichroute angelegt worden, welches wir gerade jetzt befuhren.

Noch bevor Christian Sutter beim Halt auf der Raststätte St. Margrethen in der Nähe seines Wohnortes dem Car entsteigen konnte, bedankte sich Rolf Bosshard namens der Vereinsleitung bei allen Schützen, Vorbereitern und Akteuren fürs Mitmachen und Dabeisein sowie bei Chauffeur Thomas; auch Thomas hat es gefallen und auch er dankte uns allen, und für seine Dienste durften wir ihm einige zuvor gesammelte Franken als Trinkgeld überreichen.

Noch etwas matt und müde von den zweieinhalbtägigen Strapazen, aber doch zufrieden und glücklich verliessen wir zu Hause in Bettwiesen um 17.18 Uhr den Car und verabschiedeten uns voneinander.